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Insektensaison und Juckreiz

Kräuterhilfe

für Alltags-Wehwechen

Ab Frühjahr und verstärkt im Sommer können unsere lieben Langohren phasenweise dank der vielen umherfliegenden, springenden, sich abseilenden Insekten (Bremsen, Fliegen, Mücken, Zecken usw.) verstärkt mit Hautirritationen, Hautabschürfungen oder sogar offenen Wunden zu tun haben. All diese stechenden und saugenden Insekten mögen ja als Nahrung für Frösche, ;Vögel, fleischfressende Pflanzen und wen nicht noch alles ein gefundenes Fressen sein, für unsere Esel haben sie wohl einfach nur eine nervende Komponente.

 

Neben all den Möglichkeiten, die der Handel zur Abwehr von Insekten, wie z.B. Sprays oder Schutzmasken bereithält, wird es sich nicht wirklich ganz vermeiden lassen, dass nicht doch mal eine juckender Stich vorhanden sein wird, Hautirritationen oder blankgescheuerte Hautstellen auftreten. 

 

Wenn es ein gewisses Maß nicht übersteigt  und keinerlei allergische Reaktionen bemerkt werden, wird deswegen wohl nicht gleich der Tierarzt / die Tierärztin gerufen werden. Man kennt es allerdings nur zu gut von sich selbst, wie sehr einen ein juckender Mückenstich um den Verstand bringen kann oder wie sich ein aufgekratzter Stich leicht entzünden en kann. 

Der ein oder andere reibt nicht nur sich selbst, sondern auch gleich seinen Esel mit Mückenstichsalbe (after bide) ein oder greift zu Salben, die Zink oder Lebertran enthalten. Wer all dies grad nicht zur Hand hat, unterwegs ist oder feststellt, dass die bisher genutzten  Mittelchen irgendwie nicht mehr so helfen wie sonst, kann sich einmal im Umfeld des Stalls und der Weide oder sogar in Küche und Bad umschauen, ob er nicht das ein oder andere findet, dass Linderung verschafft. 

 

Ob ein Mittel hilft oder nicht, hängt zum einen von jedem einzelnen Esel ab (denn jeder Esel ist anders), insbesondere von seiner Ernährung und zum anderen auch davon, worauf Insekten einfach nicht mehr reagieren oder doch (wieder) reagieren. Es ist nämlich zu beobachten, dass Fliegen, Bremsen und Mücken sich quasi gegen bestimmte Gerüche und Wirkungen über die Generationen (1 - 3 Jahre) immunisieren und dadurch das Mittel, auf das man im letzten Jahr noch geschworen hat, dieses Jahr als wirkungslos beiseitelegt. Alle neuen Mittel sollten immer über eine längere Zeit ausprobiert werden, damit sie wirken können. 

Kräuter rund um Stall und Weide

Labkräuter

Wie sieht es aus?

Labkraut ist das Kraut, das kriechend über alles hinüberwächst und an allem und jedem kleben bleibt, weswegen es auch Klebkraut genannt wird (auch der Waldmeister gehört dazu). Alle Labkräuter haben in etwa die gleiche Wirkweise, weshalb es egal ist, welches genutzt wird. Die schmalen, länglichen Blätter sind mit Borstenhaaren besetzt, wodurch die Pflanze klettern kann.

 

Wie verwenden?

Das Kraut - egal, ob blühend oder nur das grün - abschneiden und im Mixer pürieren. Wenn dies nicht so einfach geht, mit etwas Wasser oder Kokosöl / Schwarzkümmelöl / Olivenöl zu einer Paste pürieren. Diese Paste auf die betroffene Stelle auftragen, trocknen und von allein abbröseln lassen oder ausbürsten. Labkraut enthält viel Kieselsäure, die sehr beruhigend auf die Haut wirkt (ähnlich wie Heilerde), zudem entzündungshemmend, juckreizstillend und fördernd für die Heilung ist. 

Gänseblümchen

Wie sieht es aus?

Das Gänseblümchen ist wohl allen Menschen bekannt. Eine weiße (manchesmal auch rosa angehauchte) Blüte mit gelben Punkt in der Mitte, wächst es meist niedrig im Gras.

 

Wie verwenden?

Vom Gänseblümchen kann alles verwandt werden: Blüten, Stiele, Blätter und Wurzeln. Der Einfachheit halber Stiele, Blüten und Blätter zerquetschen, auspressen oder im Mixer pürieren. Wenn fürs Pürieren eine Flüssigkeit benötigt wird, Kokosöl / Schwarzkümmelöl / Olivenöl oder Wasser nutzen. Den Brei auf die juckende oder entzündete Hautstelle auftragen. Es wirkt entzündungshemmend, kühlend, juckreizstillend und hat eine schmerzunterdrückende Wirkung. 

 

Bei uns kann das Erzählen, dass Gänseblümchen für die Esel genutzt wird, bei Besuchern durchaus im ersten Moment zu irritierenden Blicken führen.

Denn, wenn eine Esel-Lady namens "Gänseblümchen" zur Esel-Herde gehört, gibt es doch Nachfragen, ob das Fell genutzt würde oder ....?!?

 

 

spitzwegerich

Wie sieht es aus?

Der Spitzwegerich hat lange, lanzettenartige Blätter, die als Rosette wachsen. Der Blütenstängel rangt blattlos hervor und ist von einer eiförmigen Blüte (weiß-bräunlich) besetzt. Der Spitzwegerich findet sich am Wegesrand, auf Wiesen, in Parkanlagen, also eigentlich überall. Alle Wegericharten haben in etwa die gleiche Wirkweise. 

 

Wie verwenden?

Blätter zerreiben oder kurz darauf herumkauen und Saft oder den angekauten Kräuterbrei auf die betroffene Stelle auftragen. Der Saft mindert Schwellungen, ist juckreizstillend und entzündungshemmend. 

 

 

Für Anfänger gilt im Verwenden von Kräutern die Devise, nur das zu verwenden, was sicher bestimmt werden kann. Da ich als geborene Städterin (zwar schon immer mit Hang zu Natur und Kräutern) genau weiß, dass einem das einfache Erkennen von sogar einem Gänseblümchen Schwierigkeiten bereiten kann, wenn man ungeübt ist, sollte man nicht mit mulmigen Gefühl etwas verwenden, von dem man glaubt, es sei das richtige Kraut. Bei Unsicherheiten kann man ein Kräuterbuch oder eine gute Pflanzenerkennungs-App nutzen. Sollten noch Zweifel bestehen, die Finger weglassen. 

 

Wer dennoch "was" für seine Langohren tun möchte, aber sich arg schwer tut, Kräuter zu bestimmen, schaut sich mal im Haus um. 

 

Hilfsmittel aus küche und bad

Salzwaschung

Entzündete, nicht offene Stellen, können mit einer Salzwaschung gereinigt und desinfiziert werden. 25 g Meersalz in 500 ml Wasser auflösen und mit einem Schwamm auf die juckenden Stellen auftragen. Einfach ausprobieren, ob der Esel kaltes oder warmes Wasser lieber mag. Bei offenen Wunden Vorsicht walten lassen. Man kennt es selber, dass Salz, Zitronensaft oder Essig an offenen Stellen stark brennt.

 

Kartoffelwasser

Wer vom Mittagessen noch ungesalzenes Kartoffelwasser über hat, schüttet dieses nicht weg, sondern betupft, nachdem sich das Wasser abgekühlt hat, die betroffenen Stellen damit. Wirkt beruhigend und lindert den Juckreiz. 

essigwasser

Einen beliebigen Essig, vorzugsweise Apfelessig, mit Wasser mischen (2 Teile Essig auf 10 Teile Wasser). Auf die betroffene, nicht offene Stelle aufsprühen oder abspülen. Essig hat eine kühlende Wirkung, beruhigt und lindert damit den Juckreiz. Bei offenen Wunden gilt selbiges wie bei der Salzwaschung. 

Salat-/schlangengurke

Eine Gurke aufschneiden und die geschwollenen Stellen damit betupfen, als Scheibe auflegen oder pürieren und den Brei auftragen. Wirkt kühlend und abschwellend. Kann auch auf offenen Wunden angewandt werden. 

Birkenhaarwasser

Wer selbst bei der Haarpflege Birkenhaarwasser verwendet, kann dies auch auf die betroffenen Stellen seines Esels auftragen. Wirkt kühlend und abschwellend. 

 

eselnasen riechen gut

Allerdings, Esel haben eine feine Nase! Sie riechen ganz genau, mit was man da ankommt und was man ihnen auf ihren Körper schmieren möchte. Es ist also sinnvoll, sie damit vertraut zu machen. Wenn etwas abgelehnt wird, ist die Auswahlmöglichkeit ja groß genug, dass man etwas anderes nehmen kann. Wenn z.B. Schwarzkümmelöl, was im Geruch und Geschmack speziell ist, nicht genutzt werden kann, weil der Esel schreiend davon läuft, ist es sinnvoller ein geruchsneutrales Öl wie Kokosöl zu nutzen. Bei den meisten Kräutern wird es wohl eher so sein, dass beim Esel Unverständnis herrscht, warum er das Kraut auf den Buckel geschmiert und nicht zum Fressen hingehalten bekommt.

 

Was übrigens auch eine wunderbare Sache ist, dass man das ganze Kraut innerlich und äußerlich anwendet. Quasi 10 Gänseblümchen zerrieben auf die Haut und 10 Gänseblümchen zum Fressen. 

 

Bitte, liebe Lesende

das Lesen dieses Textes ersetzt keinen Befund einer entsprechenden Fachperson vor Ort und stellt auch keinen therapeutischen Rat zur (Selbst-)Behandlung von 2- oder 4-Beiner (0der sonstigen Lebewesen) dar. Die laienhafte Nutzung von Kräutern, Gewürzen und Hausmitteln ersetzen einerseits keinen Tierarztbesuch und andererseits wird der Anwender dadurch nicht zum Heiler. Über das eigene Handeln, dass man seinem Langohr "antut", sollte man sich immer im Klaren sein, denn der Leitragende ist ansonsten der Esel.  

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